Was denken Menschen hier in Deutschland über das Projekt „Mach dir ein Bild"

In einer Diskussionsrunde mit dem „Mach Dir ein Bild“-Team entwickelte der Herner Jens Steinmann, der das Projekt seit langem begleitet, interessanten Gedanken, die er im weiteren Verlauf dieser Mail beschreibt.

Herzlichst,

Marie Köhler

Es verbleibt noch ein Tag, an denen Sie das Projekt bei Startnext unterstützen können. Helfen Sie mit!

Die Wichtigkeit, nicht helfen zu wollen

Nichts könnte den global verbreiteten kulturellen Chauvinismus gegenüber einem ganzen Kontinent besser veranschaulichen als das obige Bild. Hier wird deutlich, dass wir, die wir uns als Menschen der westlichen Welt begreifen, in unbekümmert guter Absicht weite Teile Afrikas mit inhaltslosem Wohlstandsüberschuss überfluten und so wichtigen Raum für kulturelle Identität – im wahrsten Sinne des Wortes – verschenken.

Es gibt sicher einige Möglichkeiten, „Mach dir ein Bild“ falsch zu verstehen. Es als soziales Projekt zu bezeichnen, vernachlässigt den künstlerischen Ansatz, und auch politische Perspektiven liegen nicht im Kern des Konzepts. Am Weitesten aber verfehlt man nach meiner Meinung die Intention des Projekts, indem man es mit dem Entwicklungshilfe-Stempel markiert.

Warum ist es wichtig, nicht helfen zu wollen? Die intuitive Solidarität, könnte man entgegnen, fordere Großzügigkeit denen gegenüber, die weniger haben. Das hat natürlich seine Berechtigung, aber leer stehende Schulen und Krankenhäuser und in trockenen Brunnen versickerte Gelder haben gezeigt, dass der Preis dafür nicht die Abhängigkeit ganzer Völker sein darf.

„Mach dir ein Bild“ ist ein solidarisches Projekt, aber in erster Linie aus dem Grund, dass es keine hierarchische Struktur hat und somit Menschen auf Augenhöhe begegnen kann. Es zu unterstützen heißt nicht, zu schenken. Es heißt, und hier ist vielleicht die Schnittstelle von Solidarität und Augenhöhe, zu kaufen.

Liebe Leute, es ist fast geschafft. Bitte, kauft etwas Schönes aus der Liste rechts von hier und freut euch auf mehr.

Mit den besten Grüßen

Jens Steinmann